Leopardgecko

Eublepharis macularius (BLYTH, 1854)

Der Name Leopardgecko kommt von seinem späteren Erscheinungsbild. Er hat als ausgewachsenes Tier eine gelblich-hellbraune Grundfarbe mit schwarzen Punkten am ganzen Körper, wie ein Leopard. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Farbzuchten, welche äußerlich mit seinen Vorfahren nicht mehr viel gemeinsam haben.
Die Herkunft ihres Gattungsnamens Eublepharis stammt vom griechischen 'eu' für "wahr", 'blephar' für "Augenlid" und 'macularis' für "gefleckt".


Systematik
       
Klasse: Reptilien (Reptilia) 
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata) 
Unterordnung:  Geckoartige (Gekkota) 
Familie:Geckos (Gekkonidae)
Unterfamilie:Lidgeckos (Eublepharinae) 
Gattung: Leopardgeckos 
 
Wissenschaftlicher Name Eublepharis (Gray, 1842)

Der Leopardgecko gehört zur Unterfamilie der Lidgeckos gehört.

Bis Heute gibt es sechs anerkannte Unterarten. Da diese Art je nach Verbreitungsgebiet sehr variabel ist, dürfte jedoch bei der Einteilung in den nächsten Jahren noch einiges passieren. Die bis jetzt anerkannten Unterarten sind:

Eublepharis macularius afghanicus
Eublepharis macularius fasciolatus
Eublepharis macularius macularius
Eublepharis macularius montanus
Eublepharis macularius smithi
Eublepharis macularius fuscus  

Wir beschränken uns allerdings auf die Art Eublepharis macularius macularius
Tremper Enigma
Beschreibung

Leopardgeckos sind kräftige Echsen, bei denen der Kopf deutlich vom Hals abgesetzt ist. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 25 cm. Die Körperform ist leicht abgeflacht und der Schwanz ist etwas kürzer als die Kopf-Rumpf-Länge (KRL). Der im Querschnitt runde Schwanz ist deutlich segmentiert, und kann an einigen Sollbruchstellen in der Schwanzwirbelsäule bei Bedrohung durch einen Beutegreifer aktiv abgeworfen werden. Er wächst jedoch innerhalb weniger Wochen wieder nach, sieht dann jedoch etwas anders aus als der Ursprüngliche. Der Schwanz dient dem Gecko als Fett- und Energiespeicher und sollte bei einem erwachsenen, gesunden Tier kräftig und prall sein. Ist er sehr dünn, ist zu vermuten, dass das Tier unterernährt oder sogar krank ist.

An den vorderen Beinen befinden sich kleine Einbuchtungen, die sogenannten „Achseltaschen“. Wozu diese genau dienen, ist bis Heute noch ungeklärt. Es wird vermutet, dass sie eine Rolle im Bezug auf Aussenparasiten (Ektoparasiten) haben. In freier Wildbahn sind häufig Milben in diesen Taschen zu finden. Durch diese lokale Konzentration ist eine Schadwirkung nicht so groß.

An den Enden der fünf Zehen befinden sich kleine, spitzte Krallen. Sie sind nicht einziehbar, aber teilweise durch Schuppen bedeckt. Mit ihrer Hilfe können die Geckos gut an rauen Steinen und Ästen klettern. An der Unterseite der geraden Zehen befinden sich mehrere Querreihen von Lamellen, welche aber nicht an glatten Oberflächen haften. Aus diesem Grund können Leopardgeckos nicht an den Scheiben des Terrariums hoch klettern.

Auf der Körperoberseite befinden sich kleine, nebeneinander liegende Schuppen, welche mit größeren „Pickeln“ - den Tuberkeln - durchzogen sind. Die Körperunterseite ist mit kleinen, runden und sich überlappenden Schuppen besetzt.


Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise

Eublepharis macularius sind in mehreren Gebieten Südwest-Asiens beheimatet. Auf der Karte sind die einzelnen Verbreitungsgebiete der verschiedenen Arten markiert. Dort bewohnen sie halbtrockene bis trockene Lebensräume, überwiegend felsige Steppengebiete, Halbwüsten und Wüsten.

Der Bodengrund in diesen Gebieten ist eher lehmig bis steinig, in der Regel eher weniger sandig. Stellen mit feinem, losem Sand werden von ihnen gemieden. Dies sollte unbedingt bei der Einrichtung des Bodengrundes im Terrarium berücksichtigt werden. Es sollte nur „grabfähiger“ Sand verwendet werden.

Tagsüber halten sie sich - in kleineren Gruppen - in Höhlen und Felsspalten auf. Dort verstecken sich die dämmerungs- und  nachtaktiven Geckos vor Feinden und sengender
Hitze.


Relief Karte



Sinnesorgane:


Sehen:

Wie aus dem Namen der Unterfamilie hervorgeht, besitzen Leopardgeckos Augenlieder. Das Ober- undAuge
Unterlid sind beweglich und schützen das Auge vor Verletzungen. Bei der Nahrungsaufnahme von großen Futtertieren schließen sie zum Schutz der Augen die Lider. Ferner hilft es ihnen, in ihrem sandigen Lebensraum die Augen zu schützen.

Leopardgeckos haben sehr gute Augen, mit denen sie auch in der Dämmerung Insekten und Feinde auf große Entfernung erkennen können. Die Augen selbst besitzen - wie bei vielen dämmerungs- und nachtaktiven Reptilien - vertikale Spaltpupillen, welche je nach Lichtintensität weiter geschlossen oder geöffnet werden.



Geschmackssinn / Geruchssinn:

Zunge
Die an der Spitze eingekerbte Zunge dient neben der Nahrungsaufnahme auch als Hilfsorgan, um Geruchsstoffe aufzunehmen. Durch das belecken von Gegenständen und das Züngeln werden die an der Zunge haftenden Geruchsstoffe zum Jacobschonschen Organ befördert und dort analysiert.





Tastsinn:
Skin
Die Haut reagiert sehr sensibel auf die geringste Berührung. Damit ist der Gecko in der Lage auch in der Dunkelheit, z.B. in einer Höhle, seinen Weg zu finden. Zusätzlich haben Geckos die Fähigkeit, Vibrationen über den Boden wahrzunehmen.



Geräusche:

Ohr
Leopardgeckos können Geräusche hören und selbst erzeugen. Hinter den Augen ist auf jeder Seite eine Öffnung. Beim betrachten kann man dort das Trommelfell erkennen. Es wird davon ausgegangen, dass diese überwiegend tiefe Geräusche wahrnehmen können.
Jungtiere stoßen bei Gefahr häufig einen recht lauten Schrei zur Abwehr aus. Mit zunehmendem Alter geben sie aber immer seltener Geräusche ab.




Geschlechtsunterschiede:

BockWeib
Bei erwachsenen Tieren kann man schon durch bloßes betrachten die Unter- schiede erkennen. Männchen sind oftmals größer und kräftiger als gleich alte Weibchen. Auch sind bei den männlichen Tieren der Nacken und der Kopf breiter. Wenn man die Tiere von unten betrachtet, sind beim Männchen sehr deutlich die größeren, V-förmigen Reihen von Pränatalporen zu erkennen (siehe Foto). Sie besitzen zwei Hemipenistaschen, die aber häufig bei überernährten Geckos nicht mehr deutlichn
erkennbar sind. Geckos mögen es nicht besonders, wenn sie auf den Rücken gedreht werden. Deshalb ist es für das Tier stressfreier wenn es sich in einer durchsichtigen Box befindet, und man einfach von unten die Unterseite betrachtet.